Anna-Luisa Kaminski: Die Reisende

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Anna-Luisa studiert in drei verschiedenen Ländern und beschäftigt sich dabei intensiv mit grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Mit ihrer Arbeit neben dem Studium möchte sie es französischen und deutschen Jugendlichen ermöglichen, beruflich die Grenzen ihres Nachbarlands zu überschreiten. Anna-Luisa hat sich in allen Bereichen ihres Lebens ganz ihrer Passion verschrieben: dem Reisen.

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Ihr Zug nach Strassburg sei gerade gestrichen worden, schreibt Anna-Luisa zwei Stunden vor dem Interviewtermin. Ob wir das Skype-Interview um eine Viertelstunde verschieben können. Als dann um 18.30 Uhr das Skype-Signal ertönt und die junge Frau auf dem Bildschirm erscheint, wirkt sie weder angespannt noch mitgenommen. Die vierstündige Zugfahrt von Erfurt nach Strassburg scheint für sie reine Routine zu sein. Kein Wunder: Anna-Luisa kommt aus Erfurt, wohnt und arbeitet in Strassburg und macht ihr Studium in drei verschiedenen Ländern – zurzeit gerade in Basel.

Grenzen überschreiten – Hindernisse überwinden?

„Der Sinn meines Lebens ist, zu Reisen, andere Kulturen zu entdecken und dazuzulernen. Vielfältig und international zu sein.“ Das tut sie und das ist sie. Nicht nur, weil Anna-Luisa zwischen Studium und Job pendelt und in ihrer Freizeit viel und gerne reist. Ihr ganzes Leben ist darauf ausgelegt. Anna-Luisa studiert International Business Management in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Im Rahmen dieses trinationalen Studiengangs beschäftigt sie sich intensiv mit grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Ihre Karriere hat sie bei der Industrie- und Handelskammer in Erfurt begonnen. Seit drei Jahren arbeitet sie in der Industrie- und Handelskammer im Elsass. Das Projekt, in dem sie hier tätig ist, soll es deutschen und französischen Jugendlichen einfacher machen, in ihrem Nachbarland zu arbeiten. Den deutsch-französischen Austausch fördern.
Die Nachfrage nach diesem Austausch ist durch die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich gross. Die Möglichkeiten für französische Jugendliche, nach Deutschland zu kommen und dort einen Arbeitgeber zu finden, sind da. Trotzdem stösst die grenzüberschreitende Zusammenarbeit öfter an ihre eigenen Grenzen. Das Problem sieht Anna-Luisa im Kleinen: Oft scheitere ein Austausch daran, dass Arbeitgeber und Jugendliche nicht bereit seien, Hindernisse zu überwinden und Aufwand in Kauf zu nehmen. Zum Beispiel beim Erlernen einer neuen Sprache. Am 24thinkpark im September möchte Anna-Luisa diesem Phänomen nachgehen.

Fragen und hinterfragen

Anna hat eine etwas andere Sicht auf die Wirtschaft als die Meisten in ihrem Alter. Sie hat zwar bereits in zwei Ländern gearbeitet – nie aber in der Privatwirtschaft. Deshalb kennt sie eher das Serviceorientierte als das Wettbewerbsorientierte. „Ich aus meiner Perspektive glaube, dass es noch bessere Wege gibt, zu wirtschaften, als so, wie wir das momentan tun“, sagt sie. Was sie persönlich gerne verändern würde: nachhaltiger sein und mehr Wert auf den sozialen Aspekt legen. Wie kann ein Arbeitgeber die Kreativität und Motivation seiner Mitarbeitenden fördern? Wie kann ein durchschnittliches Arbeitsumfeld zu einem guten Arbeitsumfeld werden? Um solche Fragen zu beantworten, braucht es verschiedene Perspektiven, dessen ist sich Anna-Luisa bewusst. „Natürlich sehe ich diese Dinge nur aus meinem eigenen Blickwinkel: Dem einer im Ausland studierenden, die nie in einem wettbewerbsfähigen Umfeld gearbeitet hat“, sagt Anna und schmunzelt. Von den 99 anderen thinkparkern habe aber sicher jeder eine etwas bis total andere Sichtweise, sei jeder auf ein anderes Gebiet spezialisiert. Am 24thinkpark möchte Anna diese anderen Sichtweisen erleben. Ihre eigenen Ansichten hinterfragen. Strategien für ihre Zukunft entwickeln. Und viele Fragen stellen. „Der 24thinkpark ist in meinen Augen wie geschaffen dafür, einfach mal unbescholten zu fragen.“

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