Babette Pfander

Babette Pfander: Die prozessorientierte Beraterin

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Babette Pfander arbeitet mit Herzblut als selbständige Beraterin. Die soziale Interaktion ist ihre grosse Leidenschaft. Wie sich diese im Zuge der Digitalisierung verändern wird, ist für Babette ein zentrales Thema.

Das Gespräch mit Babette verläuft anders als üblich. Wir sitzen uns nicht an einem Tisch gegenüber, sondern führen unser Gespräch per Skype. Für mich eine Premiere. Für Babette nichts Neues. Sie experimentiert gerne mit digitalen Möglichkeiten.

Leben im Ausland

Babette ist Mutter von drei Kindern und arbeitet heute als selbständige Beraterin im Bereich Coaching und Prozessbegleitung. Ursprünglich kommt sie jedoch aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Als sie ihr Ethnologie-Studium abgeschlossen hatte, ist sie mit ihrem Partner ins Ausland gezogen. Sie lebte und arbeitete mehrere Jahre in Tansania und Zentralasien. Während dieser Zeit entdeckte Babette auch das prozessorientierte Arbeiten. Eine Berufung, die genau wie die Entwicklungszusammenarbeit viel mit Menschen zu tun hat. «Ich habe prozessorientiertes Arbeiten irgendwie angezogen. Mir wurden oft Prozessaufgaben anvertraut und dabei entdeckte ich meine Passion und mein Potenzial für Prozessarbeit», erzählt Babette. Die Entscheidung in einem fremden Land zu leben, ist ihr nicht schwergefallen. «Ich bin ein sehr neugieriger Mensch. Deshalb erkunde ich gerne neue Orte und lerne gerne Sprachen.» Heute spricht Babette viele Sprachen – Deutsch, Englisch, Russisch, Französisch, ein wenig Italienisch und Spanisch. Während ihrer Zeit im Ausland lernte sie aber zusätzlich noch Kirgisisch und Suaheli.

Eigentlich würde Babette gerne wieder im Ausland leben, aber mit drei Kindern ist es manchmal schwierig, den richtigen Moment zu finden. Deshalb spart sie sich diesen Wunsch für einen späteren Zeitpunkt auf. «Das Leben im Ausland ist entspannter als dasjenige in der Schweiz», sagt sie lachend. Momentan ist sie aber sehr glücklich in der Schweiz. Nicht zuletzt, weil sie ein tragendes und bereicherndes berufliches Netzwerk aufbauen konnte.

Spielerische Komponente

Ihr beruflicher Alltag in der Schweiz ist actionreich. In ihrer Tätigkeit als Beraterin hat sie zwei grosse Passionen. Zum einen möchte sie eine spielerische Komponente in die Arbeitswelt einbringen. «Unser Arbeitsalltag muss nicht so ernst wirken, um professionell zu sein. Man kann zum Beispiel langweilige Sitzungen mit herkömmlichen Powerpoint-Präsentationen mit spielerischen Aspekten auffrischen», erklärt Babette. Wenn sie während ihrem Arbeitsalltag etwas zu lachen habe, dann arbeite sie effizienter und kreativer, ist sie überzeugt. Zum anderen ist es Babette ein Anliegen, den Bildungsprozess zu transformieren. «Manchmal frage ich mich schon, warum unsere Kinder so viele trockene Fakten auswendig lernen müssen. Für mich ist es viel wichtiger, dass bereits Primarschüler erkennen, wo ihr Potenzial liegt und was sie wirklich gerne tun.» Babettes Wunsch ist es, etwas zum grösseren, gesellschaftlichen Ganzen beizutragen.

Soziale Interaktion

Babette hat sich bereits mit dem Thema Digitalisierung auseinandergesetzt. Zurzeit liest sie das Buch «The Circle», das zeigt wie unsere Zukunft aussehen könnte, wenn alles vollständig digitalisiert ist. Doch für Babette sind die digitalen Entwicklungen nicht beängstigend. «Ich nutze die digitalen Möglichkeiten nur selektiv. So bleiben sie für mich positiv», sagt sie. Es sei keine Frage, ob wir diese Entwicklung wollten oder nicht. Die Frage sei eher, wie wir damit umgingen. Auch wenn Trends zeigen, dass viele Berufe digitalisiert werden, sieht Babette auch hier das Positive. «Es wäre doch super, wenn Computer diese Arbeiten erledigen würden, die keine soziale Interaktion verlangen und wir Menschen uns auf die menschliche Seite unserer Arbeit konzentrieren könnten.» Die soziale Interaktion steht für Babette immer im Mittelpunkt. Wie man die menschliche Seite bei der digitalisierten Kommunikation pflegen und stärken kann, darüber möchte sie sich mit den anderen thinkparkern austauschen.

Ob Babette aber ganze 24 Stunden durchdiskutieren kann, das hat sie sich gar noch nicht richtig überlegt. Aber sie nehme es wie es kommt. Lachend sagt sie: «Ich habe die Fotos vom letzten Jahr durchgeschaut. Da habe ich thinkparker gesehen, die auf Sofas geschlafen haben, das könnte mir auch passieren.»

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