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Kaufmännischer Verband Schweiz: Der zukunftsorientierte Wandler

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Roboter, die in Büros Anrufe entgegen nehmen. Roboter, die Akten sortieren und den Menschen vollständig ersetzen. Sieht so die Zukunft des KV-Berufs aus? Was wird wegfallen, was an Bedeutung gewinnen? Bereits zum dritten Mal konnten wir den Kaufmännischen Verband Schweiz als Hauptsponsor für den 24thinkpark gewinnen. Denn auch er beschäftigt sich dieses Jahr stark mit dem Thema Digitalisierung – intern wie auch im gesamtgesellschaftlichen Hinblick.

48% der Arbeitsplätze in der Schweiz sind im Prinzip automatisierbar. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 96% liegen dabei die Berufe im Bürowesen weit vorne. Das zeigt eine Untersuchung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte. Daher die Frage: Wird es in ein paar Jahren überhaupt noch KV-Jobs geben? Die Digitalisierung beschäftigt den Kaufmännischen Verband und ist deshalb auch das Thema 2016. Und weil das passt wie ein Querdenker zum thinkpark, konnten wir den Verband erneut als Hauptsponsor gewinnen.

Digitalisierung im Mittelpunkt

Claudia Agnolazza vom Kaufmännischen Verband würde den Verband selbst noch nicht vollständig digitalisiert nennen. “Wir sind aber zumindest auf dem Weg in Richtung papierloses Büro.“ In diesem Jahr steht die Digitalisierung im Mittelpunkt. So lernen die Angestellten des Kaufmännischen Verbands beispielsweise, wie man gute Videos dreht. Diese sollen in Zukunft vermehrt eingesetzt werden. Auch Erstberatungen via Skype werden diskutiert. Bei vertieften Gesprächen sei dies aber kein Thema. Dort sitzen die Leute gerne einer Person gegenüber. Dann komme auch Mimik und Gestik, das Menschliche richtig rüber.

Der kaufmännische Beruf ist wohl einer, der mit die grössten Veränderungen im Bereich Digitalisierung und Automatisierung erlebt hat. Man denke nur an die Schreibmaschine oder Stenografie. Jedes Dokument einzeln abtippen oder stapelweise Ordner auf dem Schreibtisch, so sah es vor dem Computer aus. Dann ging man online. Wo man vorher noch aufwendige Listen zum Beispiel für Anmeldungen führte, werden diese heute direkt aus der Onlineanmeldung generiert. Arbeitsprozesse sind schneller und einfacher geworden. Man ist gefordert, die Systeme richtig zu nutzen und zu analysieren. Und es wird sich noch mehr ändern. Für die Lernenden heisst es jetzt schon digitaler werden. Immer mehr Lehrmittel sind online verfügbar.

Der KFMV


Der Kaufmännische Verband Schweiz ist ein Netzwerk mit 50‘000 Mitgliedern und damit die grösste schweizerische Berufsorganisation für kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Angestellte. Seinen Hauptsitz hat der Verband in Zürich und ist in der ganzen Schweiz aktiv.

Das komme nicht bei allen gleich gut an. Einige halten an den Büchern fest und finden die digitalen Lehrmittel mühsam. „Digitalisierung muss möglichst einfach sein, damit sich die Menschen damit anfreunden“, erklärt Michael Kraft, Verantwortlicher Jugendpolitik und -beratung beim Kaufmännischen Verband. Das Tätigkeitsfeld der kaufmännischen-betriebswirtschaftlichen Berufe wird vielfältiger werden und andere Fähigkeiten verlangen. Sozialkompetenzen, Beratungskompetenzen und Flexibilität werden wichtiger.

Immer schön flexibel bleiben

Es geht darum, den Wandel des Berufs anzunehmen, Ausbildungen dementsprechend anzupassen und sich selbst weiterzubilden. Die Digitalisierung wird dabei nicht als Bedrohung angesehen. Eher eine Möglichkeit für neue KV-Bereiche. Kraft ist sich sicher, dass gewisse Aufgaben in den nächsten 20 Jahren verschwinden werden. Aber: „Das kaufmännische Berufsfeld ist extrem breit und ermöglicht verschiedenste Entwicklungsmöglichkeiten. Gerade deshalb wird es auch weiterhin viele Jobs in diesem Bereich geben – nur halt in anderer Form.“

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