Sarah Bergamini: Die wanderlustige Ideensammlerin

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Sarah Bergamini hat eine Lottotrommel im Kopf. Diese spuckt fortwährend neue Ideen aus. Diese Ideen hält sie in ihren Ideenbüchern fest. Am thinkpark darf dieses Notizbuch natürlich nicht fehlen.

Sarah spricht mit leiser, bedachter Stimme. Sie ist eine ruhige Persönlichkeit. In ihrem Innern jedoch sprudelt es nur so vor Ideen. «Wenn ich durch die Welt gehe, sehe ich keine Probleme, ich sehe nur Möglichkeiten und Ideen.» Die Teilzeitstudentin ist gelernte Landschaftsbauzeichnerin. Seit gut fünf Jahren arbeitet sie nun in einem Landschaftsarchitekturbüro in Basel.

Das aussergewöhnliche Ideenbuch

Jeder von uns hat täglich einige Ideen. Auf dem Weg zum Bus, bei der Arbeit, in der Schule, unter der Dusche oder auch mal auf dem Klo. Oft vergessen wir diese Ideen aber wieder oder verwerfen sie ganz. Nicht so Sarah. Vor rund zwei Jahren hat sie begonnen, jede einzelne ihrer Ideen in einem Notizbuch zu sammeln. Ihr ursprünglicher Gedanke dahinter: Die eine Idee, die sie gerne umsetzen möchte, zu finden. «Wenn ich meine Ideen aufschreibe, dann sind sie abgelegt. Damit verschwinden sie aus meinem Kopf und es hat wieder Platz für etwas Neues.» Dabei gilt pro Seite eine Idee in maximal 15 Minuten, um möglichst nur die ersten Gedanken und Kernelemente festzuhalten. Sarah ist eine Produzentin, eine Macherin. Ihr Ideenbuch füllt sich Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Ihre Ideen kommen, durch ihre vielseitigen Interessen, aus allen Lebensbereichen. Sarah hat Übung im hand- sowie digitalen Zeichen und damit in der visuellen und grafischen Umsetzung ihrer Ideen. Sie schreibt ihre Ideen nicht nur mit Worten nieder, sondern ergänzt sie mit Grafiken, Skizzen, Linien und Strukturen. Momentan baut sie das Konzept für eine eigene Webseite mit eigenem Blog auf. Durch diese Plattform möchte sie all ihre Ideen, darunter auch viele Geschäftsideen, aus ihrem Buch mit anderen Menschen teilen. Es soll eine Art Ideenpool entstehen. «Viele Leute sagen mir, ich solle meine Ideen schützen. Aber ich finde, Ideen müssen nicht geschützt, Ideen sollten geteilt werden.»

«Die Berge sind meine Tankstelle»

Sarah hat einen enormen Wissensdurst. «Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und lasse mich gerne inspirieren. Ich recherchiere auch sehr viel im Internet, manchmal vielleicht ein bisschen zu viel», sagt Sarah und lacht. Wenn sie sich für ein Thema interessiere, dann müsse sie so viel wie möglich darüber wissen, bis ihr Durst gestillt sei. Deshalb ist es auch nicht erstaunlich, dass Sarah sehr viel liest. «Ich lese praktisch nur Sachbücher. Mein angestrebtes Kontingent liegt bei einem Buch pro Woche.» Sarah füllt ihren Kopf fortlaufend mit neuem Wissen. Deshalb braucht sie einen Ausgleich. «Ich weiss, wie es sich anfühlt, eine Informationsüberdosis zu haben.» Ihren Ausgleich findet Sarah im Wandern. «Die Berge sind meine Tankstelle. Das Wandern hilft mir, meine sprunghaften Gedanken zu beruhigen.» Vor dem thinkpark, der grossen Ideenschmiede, möchte Sarah Kraft tanken und vor allem ihrem Kopf etwas Ruhe gönnen. Deshalb hat sie eine grössere Wanderung geplant. Den Monat vor dem thinkpark begibt sie sich für fünf Wochen auf eine 500 Kilometer lange Fernwanderung durch die Pyrenäen.

Guter Kaffee und frisches Obst

Sarah wird dieses Jahr zum ersten Mal mit 100 anderen thinkparkern im Brockenhaus Arche neue Ideen spinnen und sich austauschen. «Das Konzept der Ideengenerierung durch alle Hierarchiestufen hindurch ist aussergewöhnlich und begeistert mich. Ich möchte meinen kreativen und aufgeweckten Geist mit anderen Ideen und Gedanken kombinieren, um zu sehen, was dabei entsteht.» Natürlich mit dabei: ihr Ideenbuch. Mit dem diesjährigen Thema der Digitalisierung hat sie sich bereits auseinandergesetzt. «Die Digitalisierung ist extrem spannend, da es ein sich so schnell veränderndes Medium ist, welches ständig nach neuen Lösungen verlangt.» Allerdings hat Sarah einen grossen Vorbehalt, wenn es um die Digitalisierung geht. Sie fürchtet den Abbau der zwischenmenschlichen Kommunikation. «Ich habe Angst, dass wir eine Zombie-Gesellschaft werden, in der die Menschen kein Augen-zu-Augen-Gespräch mehr führen können, weil sie nur noch wissen, wie man den Daumen auf einem Bildschirm bewegt.»

Sarah freut sich, ihre vielen Ideen mit den anderen Querdenkern zu teilen und wiederum neue Ideen für ihr Ideenbuch zu finden. «Ich bin gespannt auf agile Diskussionen mit verschiedensten Persönlichkeiten und hoffe auf guten Kaffee und frisches Obst. Dann bin ich glücklich», schmunzelt sie. Ein grosses Ziel habe sie allerdings für den thinkpark, so die Teilzeitstudentin mit einem Zwinkern: «Ich möchte die 24 Stunden wach bleiben. Deshalb schlafe ich für diesen Tag vor.»

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